Termine - KUKELE

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Termine

KUKELE lädt  Sie zu einer Südost Asien Vortragsreihe mit Buffet und Musik
Galerie Werkstatt NUU      9.Wilhelm Exnergasse 15    www.nuu.at  Tel: 0699 19429921

25. September 2014    30. Oktober 2014   27. November 2014  je 20-23h
Indonesischer Welcome-drink
Indonesisches 5 Speisen Buffet
Live Tafelmusik
Impulsvortrag    
erlesene Weine aus dem Hause Weiss
Unkostenbeitrag 45 Euro,  all inklusiv , Sozialtarif möglich

Im exklusiven  wohligen Ambiente der Galerie Werkstatt NUU sitzen wir gemeinsam an einer langen Tafel , genießen  die hausgekochten südostasiatischen Spezialitäten vom Buffet, zubereitet von  Kuliyani – Indocuisine, trinken dazu gute Weine aus dem Hause Weiss( NÖ), und werden begleitet von stimmiger live -Tafelmusik .
Anschließend gibt es an jedem der 3 Abende einen Impulsvortrag mit  folgenden ReferentInnen :
Mag.a Andrea Hiller: Die Genese eines Bürgerkrieges am Beispiel der Molukken, O-Indonesien.
Kultur- und Sozialanthropologin, Schwerpunkt Südostasien, Religionswissenschaft und Konfliktforschung. Feldforschung: Molukken
Dr. Helmut Lukas: Indigene Traditionen der Toleranz in Südostasien,
Deputy Director, Institute for Social Anthropology (ISA), Austrian Academy of Sciences, Feldforschungen: Toba-Batak (Nordsumatra), Orang Rimbo (Anak Dalam/Kubu), Semang (Maniq, Chao Pa, Ngo`Pa), Südthailand, Arabische Diaspora-Gemeinden (Hadrami), Indonesien
Thematische Interessen: Kulturökologie, materialistische Theorie, Sammler-Jäger-Forschung, interethnische Beziehungen, indigene Wissensysteme, Verwandtschaft, Körpertechniken
Dr. Johann Angerler: Überlegungen zum Potential von Ideen über traditionelle Demokratie im modernen Indonesien.
(ehem. Universität Leiden, NL)Forschungsinteresse: Traditionelle politische Systeme und Religion in Indonesien. Längjährige Forschungen in Sumatra (bei den Tobabatak, den Minangkabau und den
Petalangan im Urwald von Riau)

Gerahmt ist der Abend von den Bildern des Malers David Müller-Abt.
you are welcome – well, come !
www.nuu.at       www.kuliyani.com      www.kukele.at

25.September 2014
Kuliyani Indocuisine Buffet
Nem Rollen ( Goi Cuon)
Frische Frühlingsrollen nach Vietnamesischer Art
Gai Pad Med Mamuang Himapan
Pikantes Thai Ceshew Huhn
Lawar Sayur Bali
Gekochtes Gemüse mit Kokosgranulat nach balinesischer Art
Tahu Brokoli  Bambu Terik
Tofu mit Broccoli in Kokosmilchsauce
Kolak Pisang & Kolang Kaling
Kochbananen mit Palmkernen in süßer Kokossuppe

IMPULSVORTRAG: Mag.a Andrea Hiller, Kultur- und Sozialanthropologin, Schwerpunkt Südostasien, Religionswissenschaft und Konfliktforschung. Feldforschung: Molukken
Die Genese eines Bürgerkrieges, ausgetragen entlang der religiösen Identitätskonzepte von Islam und Christentum am Beispiel der Molukken, O-Indonesien.
Konflikte zwischen den Angehörigen verschiedener Religionen, wie sie in Indonesien immer wieder aufflammen, lassen sich zumeist nicht auf religiöse Ursachen eingrenzen. Viel eher spielen dabei ethnische und wirtschaftliche Gründe eine Rolle, die in der Kolonialzeit oder der Umsiedlungspolitik der 80er und 90er Jahre ihre Wurzeln haben.
Die Molukken sind keine homogene Region, sondern bestehen aus knapp tausend Inseln, hunderten Gemeinschaften und dutzenden regionalen Machtzentren. Ebenso wenig homogen war die Gewalt während den Auseinandersetzungen zwischen 1999 und 2003 auf den Molukken.  
Vor dem Ausbruch des Konfliktes gab es seit geraumer Zeit Spannungen zwischen muslimischen Migranten auf der einen Seite und der indigenen christlichen und muslimischen Bevölkerung   auf der anderen Seite. Die Gewalt auf den Molukken stellt kein homogenes Ereignis dar, welches sich durch ein einziges Motiv oder eine gemeinsame soziale Geschichte erklären lässt, sondern bestand vielmehr aus hunderten kleinen Aufständen. Jeder hatte seine eigenen Ursprünge, Motivationen und Dynamiken. Dennoch sind generell alle Gewaltausbrüche ähnlich konstruiert und hatten verwandte Hintergründe. Es lassen sich bei den Konflikten viele Parallelen ausfindig machen. Die größte Gemeinsamkeit aller Kämpfe ist, dass es sich bei der Gewalt auf den Molukken im fortgeschrittenen Stadium um Auseinandersetzungen zwischen Christen und Muslimen handelte.
Wie kam es zum interreligiösen Konflikt auf den Molukken? Welche traditionellen Systeme und Bezugssysteme liegen den christlichen und islamischen Bevölkerungsgruppen zugrunde und wie kam es zur Reaktivierung von Kopfjagd und ethnisch motivierter Gewaltkulturen im Kontext der Konfliktgenese?
Anhand der Analyse dieser Konfliktsituation wird auch auf die Dynamik von Eskalation und Strategien der Konfliktbehandlung nach Friedrich Glasl Bezug genommen.


30.Oktober 2014
Kulyani  Indocuisine Buffet : Vegan, Vegetarisch, Indonesisch
Sop Kocang Injan
Mungbohnen Cremesuppe
Tumis buncis & Tempe
Tempeh und Fisolen in Soja gedünstet
Tahu und Brokoli Bumbu Kari
Tofu & Broccoli in gelber Kurcumasauce
Bihun Goreng
Reisnudeln mit Gemüse
Bubur Candil
Süßkartoffel und Klebereis mit Palmzucker

IMPULSVORTRAG: Dr. Helmut Lukas , Deputy Director, Institute for Social Anthropology (ISA), Austrian Academy of Sciences
Indigene Traditionen der Toleranz in Südostasien

Aufbauend auf den Arbeiten von Benedict Anderson, Franz Magnis-Suseno und anderen wird versucht, das in der javanischen Kultur (in der wayang-Tradition, in den indonesischen Versionen des Mahabharata, im Sutasoma etc.) verankerten Toleranzprinzip herauszuarbeiten. Angesichts der Geschehnisse des Jahres 1965 und der danach folgende Jahre der Suharto-Diktatur stellt sich jedoch die Frage, ob diese These einer indigenen Tradition der Toleranz aufgrund dieser geschichtlichen Entwicklungen als widerlegt betrachtet werden muss.
Auf der Malaiischen Halbinsel (im Gebiet des heutigen Thailand und Malaysia) bestand eine ausgeprägte interethnische Toleranz. In der Tat brachten die Bewohner der Küsten (i.e. die muslimischen Malaien und die buddhistischen Thais) den Inlandethnien (i.e. den als Sammler und Jäger lebenden Semang und den Brandrodungsbau betreibenden Senoi) eine weit größere Toleranz entgegen als heute. Geoffrey Benjamin vertritt die These, dass die heute vorherrschende Intoleranz für die tribalen Kulturen ein relativ modernes Phänomen ist. Dazu kommt, dass die im heutigen Malaysia beschworene interreligiöse Toleranz und „racial harmony" nur zu oft eine Fassade ist; hinter der sich Intoleranz und Rassismus verstecken. Welche Faktoren sind für den schleichenden Abbau der einheimischen Toleranztraditionen  verantwortlich? Ist es das Konzept des Nationalstaats? Sind es religiöse Entwicklungen, wie z.B. die dakwa-Bewegung, islamistische Tendenzen u.ä.?
In Thailand (früher Ayudhya bzw. Siam) beruhte die ausgeprägte kulturelle und interethnische Toleranz auf der im Theravada-Buddhismus enthaltenen religiösen Toleranz. Auch hier soll der Frage nachgegangen werden, welche tiefer liegenden und zum Teil geschichtlich weiter zurückreichenden Faktoren zur der gegenwärtigen Spaltung der Gesellschaft Thailands geführt haben.
Dr. Helmut Lukas - Feldforschungen: Toba-Batak (Nordsumatra), Orang Rimbo (Anak Dalam/Kubu), Semang (Maniq, Chao Pa, Ngo`Pa), Südthailand, Arabische Diaspora-Gemeinden (Hadrami), Indonesien Thematische Interessen: Kulturökologie, materialistische Theorie, Sammler-Jäger-Forschung, interethnische Beziehungen, indigene Wissensysteme, Verwandtschaft, Körpertechniken

27.November 2014
Kuliyani Indocuisine Buffet : Taste of Java
Soto Ayam
Hühnersuppe mit Glasnudeln
Udang Asam Manis
Sußsaure Garnelen
Sate Lilit
Würziges Faschiertes auf Zitronengras-Spießchen
Gado-Gado
Gekochter Gemüsesalat mit Erdnussbutter
Kue Mangkok
Gedämpfter Reiskuchen mit Kokosraspeln

IMPULSVORTRAG:  Dr. Johann Angerler (ehem. Universität Leiden, NL)Forschungsinteresse: Traditionelle politische Systeme und Religion in Indonesien. Längjährige Forschungen in Sumatra (bei den Tobabatak, den Minangkabau und den Petalangan im Urwald von Riau)
Überlegungen zum Potential von Ideen über traditionelle Demokratie im modernen Indonesien

Der erfolgreiche Übergang Indonesiens zur Demokratie seit 1998 findet weltweit Anerkennung. Warum geht in dem „größten muslimischen Land der Welt" relativ glatt über die Bühne was im „Arabischen Frühling" überall fehlgeschlagen ist? Dafür gibt es verschiedene Gründe, aber m.E. ist ein wesentlicher die Tatsache, dass im kulturellen Selbstverständnis zahlreicher indonesischer Ethnien Ideen über eine althergebrachte (vorkoloniale) demokratische Tradition bestehen. Zu diesem Thema sind in Indonesien zahlreiche Publikationen erschienen und es wird diese Idee einer demokratischen Tradition in manchen Regionen auch an den öffentlichen Schulen gelehrt.
Ausgehend von dieser Sachlage sollen zwei Fragenkomplexe diskutiert werden:

1.)  Steht dem Glauben an eine demokratische Vergangenheit nachweisbare historische Realität gegenüber? Hat Indonesien tatsächlich einen eigenen, vom Westen unabhängigen Zugang zu Demokratie; eine eigene, auf asiatischem Boden gewachsene Tradition, und wenn ja, was ist davon (auf regionalem Niveau) noch übrig?
2.)  Wie ist das politische Potential dieses Diskurses um eine demokratische Tradition einzuschätzen? Inwieweit wurde die Geschichte des Staates Indonesien dadurch beeinflusst und lassen sich Aussagen über die Zukunft machen?


 
 
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